Musik und Tanz verbindet die Völker
MELLRICHSTADT
„Tag der Begegnung“ macht Laune: Russlanddeutsche und Einheimische lachen gemeinsam
Mit einem umfangreichen und vielfältigen Kulturprogramm ging am Sonntag mit einem „Tag der Begegnung“ in der Oskar-Herbig-Halle die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ zu Ende. Zum letzten Mal hatte man dort die Möglichkeit, sich über die Geschichte der Russlanddeutschen von der Privilegierung unter Zarin Katharina II. bis zu den schwierigen Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung im 20. Jahrhundert zu informieren. Im Vordergrund standen am Sonntag jedoch die Tradition und die Kultur der Aussiedler, und damit ein fröhliches Miteinander bei Gesang und Tanz.
Weiterlesen-LinkWillkommen auf der Homepage der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
Brauchtum im Oktober/November
Zuerst der Reformation gedenken, dann der Toten
Wenn sich der goldene Oktober dem Ende zuneigt und der düstere November beginnt, feiern die Christen gleich drei Feiertage: Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen. Jeder dieser Festtage hat seine besonderen Bräuche.
Reformationstag – Luther wollte die Wahrheit des Evangeliums ans Licht bringen
So soll es sich am 31. Oktober 1517 in Wittenberg zugetragen haben: Der Augustinermönch Martin Luther nagelt mit lauten Hammerschlägen ein großes Plakat an die Türen der Schlosskirche. In knappen Sätzen beschwert er sich über die Zustände der katholischen Kirche, besonders über Ablass-Handel und Seelenkrämerei. Luther schlug seine 95 Thesen an, um eine akademische Diskussion anzuzetteln. Er hat nie eine Kirchenspaltung im Sinn gehabt. Die Veröffentlichung der Thesen (in lateinischer Sprache, also nur für Gelehrte lesbar) diente dazu, eine Disputation (= Lehrgespräch) einzuleiten. Die Wirkung war weit größer, als er angenommen hatte: Der Mönch setzte die Reformationsbewegung in Gang, die die Kirche in eine katholische und eine evangelische spalten sollte.
Der Reformationstag markiert einen Einschnitt in der Geschichte der christlichen Kirche, der zwar nicht einmalig ist, aber doch schwere Auswirkungen hatte besonders auf die kirchliche Landschaft in Deutschland. Der Schwerpunkt dieses Tages liegt vielmehr darauf, das nachzuvollziehen, worum Martin Luther gerungen hatte: die Erlösung allein aus dem Glauben. Luther wollte die Wahrheit des Evangeliums an das Licht bringen.
Der Tag des Thesenanschlags erinnert uns an die Anliegen der Reformation und lässt sie uns erneut bewusst werden: Wer Jesus nachfolgen will, muss umkehren, sein Leben neu gestalten, und das nicht aus sich selbst, sondern durch die Kraft Gottes. Das bedeutet für die Protestanten auch, dass sie die Brüder und Schwestern der römischen Kirche nicht länger als Falschgläubige mißachten, sondern dass sie sich zu ihnen hinwenden und mit ihnen in ein Gespräch eintreten.
Erst 150 Jahre nach Luthers Thesenanschlag feierten die Protestanten das Reformationsfest zum ersten Mal.
Besondere Bräuche zum Reformationstag gibt es nicht, sieht man einmal von den Reformationsbrötchen ab. Das Gebäck mit den umgeschlagenen Ecken soll die Rose darstellen, die Luther als sein Briefsiegel benutzte. Seit der Wiedervereinigung ist der Reformationstag auch in den neuen Bundesländern gesetzlicher Feiertag.
Allerheiligen: Die Lebenden treffen die Toten
Einen Tag nach dem Reformationstag wird Allerheiligen gefeiert. Es ist das Familienfest der christlichen Kirche: Es ist der Tag, an dem sich laut Überlieferung die Lebenden und die Toten treffen. Am 1. November zieht es die Gläubigen zu den Gräbern von Freunden und Verwandten. Sie gedenken der Toten und zünden ihnen Ewige Lichte an. Die sollen den zurückkehrenden Seelen den Weg weisen. Früher wurden auch Brot und Wein zur Verpflegung auf die Gräber gelegt. Eine Tradition, die in NRW auch heute noch an manchen Orten zu finden ist. Dort backen die Menschen immer noch nach alter Tradition Seelenbrote.
Am Abend des Allerheiligentages, also am Vorabend des Allerseelentages, beginnt in den katholischen Gegenden der Gang zum Friedhof. Die Gräber werden geputzt, gerichtet, feierlich mit Blumen geschmückt, in manchen Gegenden legt man aus Herbstblumen und Früchten ganze Teppiche aufs Grab, man füllt die kleinen Weihwasserbrunnen mit frischem Wasser und legt einen immergrünen Zweig hinein.
Dieser heute eher still begangene Tag der Besinnung war einst Anlass zur Freude und Fröhlichkeit. Man feierte die Rückkehr der armen Seelen, die kurze Begegnung der Lebenden mit dem Tod. In Soest wird auch heute noch gefeiert, und zwar auf der größten Innenstadtkirmes Europas. Seit 1338 findet dort jedes Jahr die „Allerheiligenkirmes“ statt. Allerheiligen war hier nie Anlass zur Trauer: Der Jahrmarkt steht deshalb auch nicht im Widerspruch zum eigentlichen Charakter der Totenfeste. Der 1. November ist ein Hochfest. Katholische Geistliche tragen weiße Gewänder, wie auch an anderen Freudentagen.
Allerseelen: Pflege der armen Seelen
Am 2. November, an Allerseelen, wird das feierliche Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen gefeiert. Es wird für die armen Seelen gebetet, und in katholischen Gegenden ist es üblich, die Gräber zu schmücken, eher der Schnee seine Decke darüber breitet, den Toten einen Kerze als Symbol für das ewige Licht aufs Grab stellen: Sein Schein soll an den Heiland erinnern. Die Katholiken gedenken all der „armen Seelen“, die geschunden ins Fegefeuer zurückkehren müssen, um dort zu schmoren, bis sie von ihrer Unvollkommenheit und Schuld gereinigt sind.
Die Lebenden könnten den Toten durch gute Taten und Armseelenspenden helfen, und zwar mit Messopfern, Gebeten, Opfern und Fasten. Allerseelen ist in der katholischen Kirche der Tag, der der „Pflege der Seelen“ gewidmet ist, um ihre endgültige Erlösung herbeizuführen. Jeder Priester darf - von Weihnachten abgesehen - nur an Allerseelen drei Heilige Messen feiern. An anderen Tagen darf es nur eine sein.
(Quellen: „Feste und Bräuche durch das Jahr“; Internet)
Zusammenfassung: Nina Paulsen
Brauchtum im November
Volkstrauertag
Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag in Deutschland, der seit dem Ende des 2. Weltkrieges am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent gefeiert wird. Ursprünglich wurde der Volkstrauertag 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zum Gedenken an die ca. zwei Millionen Kriegstoten und Vermissten des Ersten Weltkrieges eingeführt. 1922 fand die erste offizielle Feierstunde im Berliner Reichstag statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt hierbei eine international beachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ab 1926 wurde der Volkstrauertag regelmäßig am 5. Sonntag vor Ostern begangen.
Der Nationalsozialismus übernahm den Volkstrauertag und benannte ihn im Gesetz über die Staatsfeiertage von 1934 in „Heldengedenktag“ um. Der destruktive Ausdruck Volkstrauertag passte nicht mehr in eine Zeit, in der man in „stolzer Trauer“ an Gefallene erinnern wollte. Die Flaggen wurden nun nicht mehr wie bislang auf Halbmast gehisst, sondern vollstock gesetzt. Der Gedenktag wurde am 16. März begangen. Falls dieser Tag ein Wochentag war, so fand der Gedenktag am vorangehenden Sonntag statt.
Im Jahre 1948 nahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. die Tradition des Volkstrauertages in der bis 1932 üblichen Form wieder auf. Der Tag ist zur mahnenden Erinnerung und zur Trauer um die Toten beider Weltkriege und die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht. Es gibt in 100 Ländern der Erde deutsche Kriegsgräber. Die erste zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag wurde 1950 im Bonner Bundeshaus abgehalten. Seit dem Jahr 1952 ist der Volkstrauertag in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Trauertag. Um sich von der Tradition des "Heldengedenktages" abzusetzen, wurde der Volkstrauertag auf den vorletzten Sonntag vor dem 1. Advent verlegt. Seit dem Umzug des Bundestages von Bonn nach Berlin findet auch die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Plenarsaal des Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin statt.
Buß- und Bettag
Der Buß- und Bettag fällt regelmäßig auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Ursprünglich wurde dieser Feiertag vom Staat eingeführt. Die Buß- und Bettage gehen auf einen Brauch im römischen Reich zurück: in Krisenzeiten sollte eine besondere Sühne die Götter gnädig stimmen. Der erste evangelische Buß- und Bettag fand 1532 in Straßburg als Reaktion auf die Türkenkriege statt. Insgesamt kam es dann im 16. und 17. Jahrhundert zu einer regelrechten Inflation von Buß- und Bettagen; 1878 gab es in den deutschen Ländern 47 Bußtage an 24 Terminen. Ein einheitlicher Buß- und Bettag wurde erstmals 1852 von der Eisenacher Konferenz vorgeschlagen, eingeführt wurde er von der Evangelischen Kirche in Deutschland schließlich 1934. Mit Erlass von Adolf Hitler wurde er 1939 auf einen Sonntag verlegt und damit faktisch abgeschafft. Ab 1981 war er dann wieder in der ganzen Bundesrepublik Deutschland gesetzlicher Feiertag. Seit seiner Abschaffung im Jahr 1995, zugunsten der Finanzierung der Pflegeversicherung, ist er in Deutschland nur noch im Bundesland Sachsen arbeitsfreier Feiertag.
Totensonntag
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ordnete 1816 an, den letzten Sonntag des Kirchenjahres als allgemeinen Feiertag zur Erinnerung an die Verstorbenen zu begehen. Dieser Feiertag wurde schnell von anderen evangelischen Landeskirchen übernommen, der Totensonntag ist also in gewisser Weise das evangelische Gegenstück zur überwiegend katholischen Feier von Allerseelen. Im Laufe der Geschichte hat der letzte Sonntag des Kirchenjahres unterschiedliche Namen getragen: Ewigkeitssonntag, Christkönigsfest oder Gedenktag der Entschlafenen. Am Totensonntag ist es üblich, die Friedhöfe zu besuchen und die Gräber zu schmücken. Dabei wird auch auf die Auferstehung der Toten hingewiesen. In den Gottesdiensten wird um das Kommen Christi und des Reiches Gottes gebetet.
(Quelle: Online-Berichte)
Zusammenfassung: Nina Paulsen
Brauchtum Dezember
Brauchtum im Dezember
Weihnachten verstehen
Reise in die Geschichte der Advents- und Weihnachtssymbole
Jahrzehntelang war es den Russlanddeutschen in der ehemaligen Sowjetunion untersagt Weihnachten öffentlich zu begehen. Aber in vielen Familien wurde das Fest, für die Deutschen damals ein Stück Identität, trotz aller Verbote heimlich gefeiert. So konnten Bruchstücke des Brauchtums, das die Vorfahren aus deutschen Landen mitgebracht hatten, auch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben und in den letzten zehn Jahren öffentlich gepflegt werden.
In Deutschland hat Weihnachten jahrhundertelange Tradition. Unser heutiges Weihnachtsfest fußt in vielen Bereichen auf ehemaligen heidnischen Bräuchen. Legenden und Wahrheit, Traum und Realität, im Laufe der Kulturgeschichte zu einem faszinierenden Ganzen verwoben, schufen ein Brauchtum, das nach wie vor eine Quelle der Hoffnung und des Lebensmutes bleibt. Der liebliche Hauch von Honig und Nüssen, Äpfeln und Zimt, herrliche, sinnesbetörende Gerüche der leckeren Plätzchenbäckerei sind für uns untrennbar mit der geheimnisvollen Zeit des Wartens auf Christi Geburt verbunden. Um die Weihnachtszeit auch zu verstehen muss man schon einiges wissen. Reisen Sie mit uns in die Geschichte der Advents- und Weihnachtssymbole!
Was ist die Landsmannschaft?

Karl Stumpp, damaliger stellvertretender Vorsitzender und Kulturwart, beschrieb das Ährenwappen mit folgenden Worten:
„Jedes Wappen hat einen Sinn, muß zum Leben der Gemeinschaft, für das es geschaffen ist, in innerer Beziehung stehen. Unser Volk war ein Bauernvolk. 95 % der Russlanddeutschen lebten 1914 auf dem Land und beschäftigten sich mit der Landwirtschaft. Es war klar, daß nur ein Symbol aus der Landwirtschaft in Frage kam. Wollte man mehrere Symbole berücksichtigen, so fände man kein Ende. Die Ähre versinnbildlicht alles, was mit der Landwirtschaft zusammenhängt. Gewiß, wir hatten auch eine Industrie. Aber was haben unsere Fabriken in erster Linie hergestellt? Es waren landwirtschaftliche Maschinen (Dreschmaschinen, Putzmühlen...) und Geräte (Pflüge, Gabeln, Rechen...).
Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Russland
Gustav Mahler, österreichischer Komponist
Als die ersten Deutschen als Händler und geschätzte Handwerker nach Russland kamen, blieben sie deutsche Untertanen und mussten sich nicht vor dem russischen Zaren verbeugen.
Alleine deshalb hatten sie ihre mitgebrachte Kleidung zu tragen, um von den Einheimischen unterschieden werden zu können.
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Ziele
Die Landsmannschaft verfolgt ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke, d.h. Ihre Arbeit ist nicht auf wirtschaftlichen Gewinn ausgerichtet. Etwaige Gewinne werden satzungsgemäß verwendet. Die Mitarbeiter der Landsmannschaft in den Bundes-, Landes und Ortsvorständen arbeiten grundsätzlich ehrenamtlich. Die Geldmittel der Landsmannschaft stammen fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden der Mitglieder.
