Willkommen auf der Homepage der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.

Farbenprächtig und international

Herbstfestival der Talente in München zeigte hohes künstlerisches Niveau

Zum zweiten Mal in Folge fand in München am 23. Oktober 2011, diesmal in den Räumen des Anton-Fingerle-Bildungszentrums (Schlierseestraße 47), das Herbstfestival der Talente statt. Überschrieben mit Herbstfestival der Traditionen und Kultur der Russlanddeutschen wurde das Projekt seinem Motto in dem Sinne gerecht, dass die Teilnehmer die ganze kulturelle Vielfalt ihrer Herkunftsregionen in der ehemaligen Sowjetunion zeigten. Generationenübergreifend präsentierten sie sich mit einem ausgesprochen hohen künstlerischen Niveau. Das Herbstfestival ist eine Initiative der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. und des Projektes „Angekommen und Integriert in Bayern“ (Projektleiterin Olga Gusch) mit Unterstützung der russischsprachigen katholischen Seelsorge München.

Zahlreiche Gäste aus München durften das fast vierstündige Konzert genießen und bedankten sich bei den Darstellern mit begeistertem Applaus. Durch das Programm mit niveauvollem Tanz und Gesang zur klassischen, volkstümlichen und modernen Musik führten – witzig und charmant – Margarita Gusch und Thorsten Kanzler.

Große tänzerische Klasse zeigte die Tanzgruppe „Letas“ (Choreografin und Gruppenleiterin Elena Müller),  die das Festival mit dem kasachischen Tanz „Serpin“ (Impulse) eröffnete. Im weiteren Verlauf glänzten die vier Tänzerinnen mit dem ukrainischer Tanz „Chutorjanki“. Und den russischen Tanz „Walenki“ (Filzstiefel) präsentierte die kleinste Solistin des Tanzensemble Elizaveta Kroll (8). Begeistert waren die Zuschauer von Natalie Kieß und Maxim Kube, mehrfache Finalisten bei verschiedenen Turnieren in Standard und lateinamerikanischen Tänzen mit bayernweitem Ruf. Mit Walzer, Tango und Cha-Cha-Cha zur stimmungsvollen Musik zeigten sie ein virtuoses Tanzen. Der Gewinner der Weltmeisterschaft in Kroatien, das Kindertanztheater „Dilly-Dance“ (Leiterin Zhanna Ditkovska), stellte sich mit den Tänzen „Wundersame Heilung“ und „Sand“ vor. Der Mime und dramatischer Schauspieler Guentcho Todorov bekam viel Applaus für seine Pantomime „Die Evolution“.

Mit Gesang in verschiedenen Sprachen, zur klassischen, volkstümlichen und modernen Musik unterhielten weitere Akteure des Festivals das Publikum. Der Chor „Russkaja duscha“/„Russische Seele“ (Leitung: Eleonore Kocnov) bot ein Potpourri „Russische populäre Lieder“ und das Lied „Isabella“. Die Musikgruppe „Vesna“ (Leitung: Larysa Novikava) erfreute das Publikum mit bekannten russischen Liedern. Wadim Stepowoi präsentierte sich mit einem „Potpourri“ am Akkordeon und Gesang. Und seine Tochter Maria (12), die mit drei Jahren nach Deutschland kam und für ihr Leben gern singt, stellte sich mit dem Lied „Ich lebe“ in deutscher Sprache vor.

Vielfältig und stimmgewaltig präsentierte sich die Münchner Gesangsschule „Arioso“ (Leitung: Natalie Zalesskaya), die auch zu den Sponsoren der Veranstaltung gehörte, auf der Bühne. Anastasia Kryshtopina(7), die mit ihrem Auftritt schon die Jury bei „Das Supertalent 2011“ verzauberte, sang den russischen Klassiker „Kalinka“. Eine Kindergruppe stellte sich mit dem russischen Kinderlied „Wenn mit Freunden unterwegs“ in zwei Sprachen vor. Heinrich Kogan (13) glänzte mit einer Arie aus der Weihnachtskinderoper „Die gestohlene Geige“, die „Arioso“ am 11. Dezember beim landsmannschaftlichen Weihnachtsfest aufführt. Katja Gordon (12) sang das spanische Volkslied „Bella spagnola“.

Der Höhepunkt des Kulturfestes war der Auftritt der erwachsenen Darsteller der Gesangsschule „Arioso“, immer wieder verlangte das Publikum nach Zugabe. Natalie Zalesskaya begeisterte mit ihrem Sopran, zu „Juditta“ (E. Kalman) in ihrer Ausführung tanzte die Gruppe „Letas“ einen spanischen Tanz. Der Moderator und Tenor Thorsten Kanzler brillierte mit dem ukrainischen Lied „Otschi tschernye, otschi shgutschie“ (Schwarze Augen, feurige Augen). Zum Schluss glänzten die Sänger mit dem „Trinklied“ aus der Oper „La Traviata“ von G. Verdi und anderen klassischen Werken, gesungen von Natalie Zalesskaya (Gesang) und den Tenören Boris Kogan (Klavier, Gesang) und Thorsten Kanzler (Gesang). Den Ausklang fand das Herbstfestival in dem gemeinsam gesungenen Lied „Frohlockendes Herz durch lustiges Lied“. Abschließend erhielten alle Teilnehmer Geschenke von Organisatoren und Sponsoren.

Nina Paulsen, VadW

 


Kasten:

Das landesweite Projekt „Angekommen und integriert in Bayern - Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion durch die Einbindung ihrer Aktivitäten in das Landesnetzwerk in Bayern“ (2009-2012, gefördert vom BMI und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) will durch Projektangebote wie Qualifizierung, Praxisberatung und Coaching, Prozessbegleitung und Netzwerkarbeit die Potentiale der Selbstorganisationen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion stärken und ihr Engagement sichtbarer machen.

Kontakt:

Olga Knaub (für Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken, Oberpfalz)

Tel.: 09779 – 85 02 72; Fax: 09779 - 85 02 73; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Olga Gusch (für Schwaben, Oberbayern, Niederbayern)

Tel.: 089 – 44 14 19 07; Fax: 089 – 44 14 19 06; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Kinderweihnachtsfest in München – mit Kinderoper und musikalischer Weihnachtsreise

Etwa 500 Gäste, davon über 150 Kinder, folgten der Einladung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland München und des Projektes „Angekommen und Integriert in Bayern“ (Projektleiterin Olga Gusch) zum einmaligen Weihnachtsfest, das in den Räumen des Anton-Fingerle-Bildungszentrums stattfand und viele Überraschungen und kulturelle Höhepunkte bot. Kinder unterschiedlichen Alters, wunderschön verkleidet, mit ihren Eltern, Freunden, Omas und Opas eilten zur Weihnachtsfeier. Gefördert wurde die Veranstaltung durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens (München), weitere Unterstützung kam vom Projekt „Angekommen und integriert in Bayern“ und der Münchner Gesangsschule Arioso (Kostüme für Kinder). Zu den Ehrengästen gehörten unter anderen Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Waldemar Axt, Bundesreferent für Finanzen der Landsmannschaft, und Brigitte Steinert, stellv. Direktorin des Hauses des Deutschen Ostens. Das Grußwort sprach Adolf Fetsch, der den Kindern auch die Gutscheine überreichte. Thorsten Kanzler übernahm die Moderation. Im ersten Teil präsentierte die Gesangsschule „Arioso“ (Leiterin Natalia Zalesskaja) die Uraufführung des Opernmärchens „Die gestohlene Geige“ (Musik Boris Kogan) – das erste Opernwerk, das ausschließlich von Kindern für Kinder gesungen wurde. Die geheimnisvolle Geschichte von der Prinzessin und dem Geiger, dem der neidische Beamte die Geige gestohlen hatte und damit die Möglichkeit, seine wundervolle Musik vorzuspielen, die Suche nach der Zaubergeige, und wie es sich so in einem Märchen gehört, der Sieg des Guten über das Böse – standen im Mittelpunkt des Geschehens. Eine wundervolle musikalische Präsentation, hervorragend von den Kindern gesungen und gespielt, aber nicht ohne Unterstützung der guten Fee (Natalia Zalesskaja), die zugleich die Regisseurin des Spektakels war. Über sieben Monate übte sie mit den Kindern der Gesangsschule „Arioso“ die vom Komponisten Boris Kogan geschriebene Oper, bis daraus dieses festliche Bühnenspiel geworden war. Das Libretto schrieb Larissa Mikhailowa, dann wurde das Ganze von Josef Göttler und Renat Melamed ins Deutsche übersetzt, bevor es überhaupt zu Proben kam. Die Pianistin Kateryna Byelousova und der Komponist Boris Kogan höchstpersönlich machten die musikalische Begleitung. Die Mamas der jungen Künstler Zana Plotkina und Inna Radich zauberten wunderschöne Kostüme für die Kinder. Und dies sind die Namen der Opernstars: Anastasia Mallek, Katja Gordon, Heinrich Kogan, Ilja Ravinski, Oleg Grygorov, Olga Klassen, Anastasia Krystopina. Die jungen Sänger ernteten begeisterten Beifall für ihren Auftritt. Die Kinder der Gesangsschule zeigten auch im 2. Teil, was sie auf Lager haben. Das begeisterte Publikum beklatschte und bejubelte noch von Herzen die Vorführung, als die Ehrengäste, Adolf Fetsch, Waldemar Axt und die Projektleiterin Olga Gusch, die diese Kinderfeier organisierte, mit dazu auf die Bühne kamen. Adolf Fetsch begrüßte alle und dankte den Künstlern und den Mitwirkenden, wünschte allen frohe Weihnachten und überreichte den Künstlern ihre Weihnachtsgeschenke im Namen der Landsmannschaft. Doch damit war das Programm der Kinderfeier noch lange nicht ausgeschöpft. Da rief bereits der Nikolaus den Moderator am Handy an und berichtete, dass er bald kommen würde. Nach der Pause, während die Gäste im Foyer köstlich versorgt wurden, ging es weiter mit Nikolaus los, der nach seiner langen Reise sehr munter mit Kindern spielte und sang. Auch für ihn gab es ein musikalisches Ständchen mit „Leise rieselt der Schnee“, Gedichten und dem Volkslied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider”, gesungen vom Kinderensemble „Vesnuschki”. Doch schon bald musste der Nikolaus weiter ziehen und die Zügel dem Moderator Thorsten Kaiser überlassen. Er entführte die Kinder und Erwachsenen auf die große musikalische Weihnachtsreise mit vielfältigen Weihnachtsbräuchen, Spielen, Liedern und Tänzen. Während der imaginären Reise mit der Zauber-Maschine lernten die Gäste die Weihnachtstraditionen und Silvesterbräuche verschiedener Länder kennen. Von München ging die Coca-Cola Weihnachtstour mit Michael Jackson über USA. In Italien, mit dem musikalischen Gruß „Santa Lucia“, lernten die Kinder die liebe Hexe La Befana kennen, die den artigen Kindern Geschenke in die aufgehängten Strümpfe oder am Kamin stehenden Schuhe legt. Der Sprung in die Ukraine bescherte eine Tanzpräsentation des Ensembles „Letas“ (Choreografin Elena Müller). Und in Russland feierte man mit „Snegurotschka“ und „Väterchen Frost“ - ganz im Sinne der Tradition zeigte Elizaveta Kroll (8) den russischen Tanz Walenki (Filzstiefel). Auch das Tanzen und Singen um den Tannenbaum blieb nicht aus. Die Weihnachtsreise endete wieder in Deutschland mit dem Klassiker „Stille Nacht, heilige Nacht“. Mit Begeisterung wurden Spiele, die „Snegurotschka“ und Conferencier für Kinder organisierten, angenommen. Und zum Schluss bekamen alle ihre Weihnachtsgeschenke. Jedes von über 150 Kindern bekam eine Geschenktüte vom Nikolaus und den Veranstaltern (dank der Unterstützung der Friedlandhilfe e.V., des Templer-Klosters und der Münchner Großmarkthalle). Das eindrucksvolle Geschehen auf der Bühne und im Zuschauerraum wurde von den Gästen nicht nur während der Veranstaltung mit begeistertem Applaus gewürdigt. Auch danach erreichten die Organisatoren und Darsteller lobende Zuschriften. „Vielen Dank noch mal für die Einladung zur Oper und zur Weihnachtsfeier. Unsere Töchter waren sehr begeistert. Die ältere war zum ersten Mal in einer Oper, hat viele Fragen gestellt und war sehr froh, dass sie in einem Tag sowohl Sankt Nikolaus, als auch Ded Moros gesehen hat… Nach der Feier gingen die Kinder nach Hause zwar sehr müde, aber auch sehr zufrieden, mit "Kulkami" in den Händen und mit guten Erinnerungen.
Wir glauben, den Organisatoren ist es wunderbar gelungen, eine anspruchsvolle Kinderoper mit dem Weihnachtsfest/“Nowy god“ zu kombinieren. Wir hoffen, dass auch im nächstem Jahr ein ähnliches Fest stattfindet“, schrieb die Familie Lel aus München. „Mir persönlich hat der zweite Teil am besten gefallen. Die Kinder haben spontan so schöne Sachen vorgetragen“, so Franz Dielmann, Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die Veranstaltung war ein wunderbares Beispiel dafür, dass die zugewanderten Mitbürger „nicht nur integrationswillig und -fähig sind, sondern sie können mit ihrer Kultur die Kulturlandschaft in Deutschlad aufmischen und bereichern“, meinte Dr. Wladimir Mälzer. „Es war sehr schön - die Kinderoper, wunderbar vertont und von den engagierten jungen Sängern sehr schön interpretiert. Auch die Musikreise war eine sehr gute Idee, und so haben wir auch ein bisschen was von der Weihnachts- und Wintertradition in Russland erfahren! Vielen Dank auch für das Geschenk!“, lobte die Rechtsanwältin Monika Dereser. „Nicht nur Musik und Inszenierung haben mir sehr gut gefallen, sondern auch die Stimmen und das schauspielerische Talent der kleinen und großen Sängerinnen und Sänger. Die Kostüme waren ganz entzückend – insgesamt eine sehr gelungene Aufführung, die mich den ganzen weiteren Tag sehr beschwingt sein ließ“, äußerte sich die Kunstmalerin und Bildhauerin Urte Gross-Girnatis. „Eine solche Veranstaltung hat es in München noch nicht gegeben. Es war ein ausgesprochenes gelungenes Kinderfest… Viele Eltern haben feststellen können, was unser Verein macht und, dass man unsere Arbeit unterstützen muss. Nur so können wir die Landsmannschaft am Leben erhalten und weiter ausbauen“, kommentierte Waldemar Axt. Die Ortsgruppe München der LMdR bedankt sich herzlichst bei allen Beteiligten und wünscht allen ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein glückliches, gesundes Jahr 2012!

Nina Paulsen, VadW Maria Schefner, Literaturkreis der Deutschen aus Russland, Bayern

Fotos: Anton Rieb, München

Nach oben
 
Copyright © 2009. Alle Rechte vorbehalten. Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.