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Herbstfestival der Talente in München

  • Mittwoch, den 05. Januar 2011 um 19:39 Uhr

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„Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr zur Annäherung der Kulturen erklärt – sehr im Sinne unseres Herbstfestivals der Tradition und Kultur der Russlanddeutschen, das wir zum ersten Mal in München anbieten“, beschreibt die Organisatorin und Projektleiterin Olga Gusch die Idee des Vorhabens. Das Herbstfestival ist eine Initiative der Landsmannschaft und des Projektes „Angekommen und Integriert in Bayern“. Die Veranstaltung fand am 28. November 2010 in den Räumlichkeiten des Restaurants „Moccar Pompidou“ (Arnulfpark) statt und wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das „Haus des Deutschen Ostens München“ gefördert. Das Festivalprogramm reichte von Musik, Tanz, Gesang und Lesungen bis hin zu Theateraufführungen.

Zahlreiche Gäste aus München konnten das über dreistündige Kulturprogramm genießen. Durch das Programm führten – witzig und souverän – Margarita Gusch und Anton Rieb. „Das Festival hat eine breite Resonanz gestreut. Deutsche aus Russland konnten zeigen, was sie können und was sie an Talenten und kreativen Fähigkeiten mitgebracht haben. Zwar ist nicht alles so gelaufen, wie gedacht, aber die positiven Rückmeldungen bestätigen den Wunsch vieler, diese Initiative auch im Jahr 2011 fortzusetzen und zur guten Tradition zu entwickeln“, erzählt Olga Gusch.

Zu den Ehrengästen gehörten unter anderen Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, der in seiner Ansprache auf die 60-jähige Geschichte der Landsmannschaft einging,  Linda Wolf, Kulturreferentin der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft, und Walter Föllmer, Geschäftsführer des BdV in München.

Das Herbstfestival eröffnete der Chor „Poljanuschka“, der vor fast 40 Jahren von der Russlanddeutschen Anna Lengenfelder gegründet wurde und bis heute mit russischen Volksliedern bei vielen Veranstaltungen präsent ist. Gleich nach ihrer Einwanderung nach Deutschland hat sie sich ehrenamtlich bei der Landsmannschaft und außerhalb des Vereins engagiert. Zu verschiedenen Zeiten haben immer wieder einheimische Deutsche im Chor mitgesungen, wie z.B. Marianne Wörmann seit 20 Jahren. Adolf Fetsch dankte Anna Lengenfelder für ihr vielfältiges Ehrenamt und überreichte ihr eine Teilnahmebestätigung und ein Dankschreiben der Landsmannschaft  der Deutschen aus Russland.

Weitere Teilnahmebestätigungen und Dankschreiben an engagierte Ehrenamtliche und Teilnehmer überreichte die Landeskulturrefentin Linda Wolf, unter anderem an Tatjana Büxel für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei der Landsmannschaft in München. Das Kindermusiktheater (Leitung: Musik – Larisa Lozkina, Theater – Nikolaj Bortanov) bestätigte das mit Kinderliedern aus russischen Zeichentrickfilmen und dem deutschen Klassiker „Stille Nacht, heilige Nacht“ – ganz im Sinne des 1. Advents, an den Linda Wolf mit einer angezündeten Kerze erinnerte.

Mit Gesang in verschiedenen Sprachen, klassischer, volkstümlicher und moderner Musik unterhielten weitere Akteure des Festivals das Publikum: Der Chor „Russksja duscha“/„Russische Seele“ (Leiterin und Dirigentin Eleonore Kocnov), die Musikgruppe „Vesna“ (Leitung: Larysa Novikava) aus München sowie die Musikerin Lilia Hein (Akkordeon) und die Opernsängerin Helena Ipatov (Gesang) aus Altötting, die von der Vorsitzenden  der Ortsgruppe Altötting Anna Heid vorgestellt wurden.

Die Dichterinnen Bella Iordan (Leiterin des Literaturclubs „7 Musen“, Preisträgerin des Wettbewerbs „Goldene Feder Russlands“ 2010) aus Rosenheim und Maria Schefner (Leiterin des Projektes „Lesungen der Russlanddeutschen Autoren in Bayern“) präsentierten sich mit eigenen Werken auf Deutsch und Russisch. Und das Münchner Jugend-Theaterensemble „TamTam“ (Leiterin Katharina Schmeer, Absolventin der Moskauer Schtschepkin-Theaterhochschule) zeigte Loriots „Garderobe“ und die Aufführung „Gute Nacht“ nach dem Theaterstück von Pjotr Grigorjew. Gute Stimmung verbreitete auch die Tanzgruppe „Letas“ (Choreografin und Gruppenleiterin Elena Müller, Kostümgestalterin Tatiana Vorotnikova). Die vier Tänzerinnen brillierten mit einem „Russischen Volkstanz“, anschließend heizten Elena und Sergej Müller die Stimmung mit einem „Zigeunertanz“ noch mehr ein.

Im Rahmen der Veranstaltung ehrte Olga Gusch auch einheimische Ehrenamtliche, die sich im Übergangswohnheim Höhenkirchen-Siegertsbrunn in der Nähe von München Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion vielfältig bei ihren ersten Schritten in der neuen Heimat unterstützten. Hans-Jochen Leitner, Franz Dielmann, Bernhard Raebiger und Birgit Rauscher-Leitner halfen Anträge ausfüllen, Briefe schreiben, Lebensläufe und Bewerbungen richtig formulieren. Sie organisierten Ausflüge, Hausaufgabenhilfe für die oder auch Sachensammlungen. Auch Roswitha und Heinz Hagen leiten seit 2007 ehrenamtlich einen Konversationskurs für Russlanddeutsche in München, auch sie haben in dieser Zeit Ausflüge, gemeinsame Feste sowie Hausaufgabebetreuung für Kinder im Übergangswohnheim Laim organisiert.

Den Ausklang fand das Herbstfestival in dem gemeinsam gesungenen Lied „Wir wünschen euch Glück“ und dem Tanzabend, wobei die Gäste unter der Anleitung der Tanzlehrerin Martina Flores Sandoval (Dozentin für Paartanz an der Münchner Volkshochschule) und Milan Sagner auch neue Tanzschritte (Foxtrott, Wiener Walzer, Rock´n´Roll und europäisches Tango) lernen konnten.

VadW

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